Aufruf
25.08.2010 - Marcel Hensel
Ich habe mir Gedanken gemacht, wie wir mehr Zuschauer auf den Sportplatz locken. Stundenlang habe ich Gründe gesucht, um die Stubenhocker aus Ihrer Festung zu holen. Ich wollte gesundheitliche Aspekte bringen wie: Ohne das Sonnenlicht wäre es uns z.B. nicht möglich aus einer Vorstufe, dem Ergosterin, in der Haut Vitamin D zu bilden. Erste Versuche an Probanden schlugen fehl. Ein gezwungenes Lächeln oder ein „häää“ waren die einzige Ausbeute. Ich suchte nach der Ursache. Warum wollen viele das Haus nicht verlassen und einem „gepflegten“ (abhängig vom Gegner) Kreisligaduell zuschauen. Ist es Faulheit? Zeitmangel? Antipathie? – NEIN! Hauptursache ist der Geschlechterkampf. Frauen wollen als Paar etwas unternehmen, würden sogar ein Fußballspiel der heimischen Tristesse vorziehen. Männer blocken ab, versuchen sich heimlich aus dem Haus zu schleichen und scheitern oft. Sie haben Angst davor, dass sie die einzigsten sind, die in Begleitung zum Spiel erscheinen und das sie nicht mit Gleichgesinnten bei einem frischen Pils fachsimpeln können. Mein Lösungsvorschlag: Wir brauchen mehr Frauen auf dem Sportplatz. Einige sagen, Frauen stellen während den Fussballspielen dumme Fragen, andere behaupten, Mädchen senken die Konzentration der männlichen Fussballfans, dritte wiederum wollen den Fussball als Männerdomäne schützen. Für mich aber gibt es Gründe, warum man Frauen nicht aus dem Reich des runden Leders verbannen sollte. Sie zeigen sich zum Beispiel bei brutalen Fouls: Während die Männer mit Aggressivität kontern, reagieren die Frauen gerne mit einem fürsorglichen Aufschrei. Das finde zumindest ich erfrischend und auf jeden Fall auch angebracht. Denn im Grunde wissen wir alle: Gewalt ist fies! Es gibt auch Frauen, die sich mit markigen Sprüchen genauso wenig zurückhalten wie ausgewiesene Fussball-Rüpel. Das ist genauso ärgerlich oder vergnüglich wie bei Männern, je nach dem wie man zum Rüpeltum steht. Zugegebenermassen nervig ist jene Frau, die stetig Fragen einstreut („welche sind Günthersdorf?“) oder doch lieber über Pflanzen spricht als über das Spiel – wobei man gerechterweise auch einige Männer dieser Kategorie zurechnen muss. Sie gehören alle vom Sportplatz verbannt, denn sie lenken den konzentrierten Fan tatsächlich von seinem edlen Vorhaben ab, das Spiel zu analysieren. Doch gehört die sich dumm stellende Sorte Mensch auch aus anderen Bereichen verdrängt, dies ist also kein fussballspezifisches Phänomen und auch nur bedingt eines des Geschlechts. Warum also die Frauen verbannen? “Männer brauchen ihre Domänen“, sagen einige. Das stimmt, doch ist der Fussball nicht zwingend der beste Ort dafür (genauso wie umgekehrt „Sex and the City“ nicht zwingend das beste Mädchenthema ist). Denn ein Blick in die typischste aller Männerdomänen, das Fussballstadion, fördert unter anderem folgendes zutage: unheilvolle Verbrüderungen, Beschimpfungen und Tränenfluss bei Siegen und Niederlagen. Da muss es den wahren Mann doch freuen, wenn dazwischen das eine oder andere gut riechende Wesen vorbeischweift. Und dies ist das letzte Argument, warum Frauen beim Fussball mehr als erwünscht sind.
So Frauen, jetzt seid Ihr an der Reihe meinem Aufruf Folge zu leisten! Begleitet Eure Männer zum Fußballspiel oder kommt alleine!
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